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It’s not a bug, it’s a feature!

It’s not a bug, it’s a feature – Wie gelingen komplexe Auswahlverfahren im virtuellen Raum?

Diese Case Study beschreibt am Beispiel des Lernpotenzial-Assessment Centers der DAK-Gesundheit, wie virtuelle Auswahlverfahren nicht nur eine temporäre Notlösung, sondern eine leistungsfähige Alternative zu Präsenzverfahren darstellen können. Voraussetzung dafür ist, den virtuellen Raum bereits in der Konzeption mitzudenken und die Akzeptanz aller Beteiligten sicherzustellen.

Die Ausgangslage

Das Nachwuchsförderprogramm der DAK-Gesundheit bereitet ausgewählte Mitarbeitende auf ihre erste Führungsaufgabe vor.

Bereits im Jahr 2012 entwickelte meta | five gemeinsam mit der DAK-Gesundheit ein Lernpotenzial-Assessment Center (LP-AC). Neben klassischen Führungskompetenzen erfasst dieses Verfahren insbesondere das Lernpotenzial der Teilnehmenden – also ihre Fähigkeit und Bereitschaft, aus Erfahrungen zu lernen und das Gelernte in neuen Situationen erfolgreich anzuwenden.

Das Verfahren wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Im Jahr 2021 machte die Corona-Pandemie eine Durchführung in Präsenz jedoch unmöglich. Deshalb entschied man sich gemeinsam, das bestehende Präsenzverfahren vollständig in ein virtuelles Format zu überführen.

Herausforderung

Ziel war es, trotz der Digitalisierung die hohe diagnostische Qualität des bestehenden Verfahrens beizubehalten.

Das Auswahlverfahren umfasste rund 30 Teilnehmende und bestand aus zahlreichen miteinander verzahnten Elementen:

  • Vorbereitungsunterlagen zum Selbststudium bereits sechs Wochen vor dem Assessment
  • Fachliche Input-Sequenzen zwischen den Übungen
  • Direktes Feedback durch wechselnde Beobachterteams
  • Peer-Feedback zwischen den Teilnehmenden
  • Reflexionsgespräche mit Moderatoren
  • Rotationsprinzip zwischen Beobachtern und Peer-Gruppen zur Sicherstellung von Fairness und diagnostischer Qualität

Eine zusätzliche Herausforderung bestand darin, dass viele Teilnehmende wenig Erfahrung mit virtuellen Meetings hatten und dem digitalen Format zunächst skeptisch gegenüberstanden.

Gleichzeitig sollte das Verfahren weiterhin den bereichsübergreifenden Austausch fördern, Netzwerke schaffen, Wertschätzung vermitteln und nachhaltige Entwicklungsimpulse setzen.

Das Unternehmen

Die DAK-Gesundheit zählt mit rund 5,7 Millionen Versicherten und etwa 10.700 Mitarbeitenden an rund 400 Standorten zu den größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands.

Das Ziel

Auch während der Corona-Pandemie sollte die Auswahl geeigneter Nachwuchsführungskräfte zuverlässig möglich bleiben.

Dabei musste das virtuelle Verfahren:

  • dieselbe diagnostische Qualität liefern,
  • Entwicklungsimpulse ermöglichen,
  • hohe Wertschätzung vermitteln und
  • die Auswahlentscheidung weiterhin absichern.

Der Weg

Zu Beginn wurde geprüft,

  • welche Bestandteile unverändert übernommen werden konnten,
  • welche Elemente an das virtuelle Arbeiten angepasst werden mussten,
  • wie die Möglichkeiten digitaler Zusammenarbeit optimal genutzt werden können.

Parallel wurden umfangreiche Maßnahmen zur technischen Vorbereitung, transparenten Kommunikation und Beteiligung aller Beteiligten umgesetzt.

Der Nutzen

Durch die virtuelle Durchführung konnte die DAK-Gesundheit ihr Nachwuchsförderprogramm ohne Unterbrechung fortführen. Gleichzeitig präsentierte sich das Unternehmen als moderner und agiler Arbeitgeber. Neben wirtschaftlichen Vorteilen erwies sich das digitale Verfahren als zeitgemäße Antwort auf eine zunehmend virtuelle Arbeitswelt.

Die Lösung – Vier Erfolgsfaktoren
1. Erhalten

Alle bewährten Inhalte sowie die Systematik aus Input- und Feedbacksequenzen wurden aus dem Präsenzverfahren übernommen.

Auch Ablaufstruktur und Organisation orientierten sich möglichst eng am bisherigen Verfahren.

2. Adaptieren

Die kürzere Aufmerksamkeitsspanne im virtuellen Raum machte einige Anpassungen erforderlich.

Dazu gehörten unter anderem:

  • mehr, dafür kürzere Verfahrenstage,
  • individuelle Zeitpläne,
  • Pufferzeiten für virtuelle Raumwechsel,
  • Überarbeitung aller Schulungs- und Einführungsunterlagen,
  • Einführung der webbasierten Plattform meta companion.

Über diese Plattform konnten Beobachtende und Teilnehmende:

  • Unterlagen abrufen,
  • Bewertungen digital erfassen,
  • Informationen automatisiert erhalten,
  • papierlos arbeiten,
  • datenschutzkonform zusammenarbeiten.

3. Informieren und Schulen

Vor Beginn wurden alle Beteiligten umfassend vorbereitet.

Hierzu gehörten:

  • Technikschulungen,
  • Informationen zu Zielsetzung und Ablauf,
  • Einführung in das Kompetenzmodell,
  • Beobachterschulungen,
  • praktische Übungen.

Dadurch sollten Unsicherheiten reduziert und ein gemeinsames Verständnis geschaffen werden.

4. Beteiligen

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Beziehungsgestaltung und aktiver Beteiligung.

Hierfür wurden bewusst virtuelle Begegnungsräume geschaffen:

  • Technik-Checks zum Kennenlernen,
  • gemeinsame Vorbereitungsräume,
  • Austausch zwischen den Teilnehmenden,
  • Abschlussrunden,
  • Peer-Feedback zur gegenseitigen Unterstützung.

Dadurch blieb trotz Distanz ein intensiver sozialer Austausch erhalten.

Ergebnis

Nach der ersten virtuellen Durchführung bewerteten sowohl Teilnehmende als auch Beobachtende das Verfahren sehr positiv.

Besonders hervorgehoben wurden:

  • eingesparte Reisezeiten,
  • zusätzliche individuelle Abschlussfeedbacks,
  • hohe Wertschätzung,
  • realistische Rollenspiele,
  • konzentrierte Beobachtung ohne störende nonverbale Signale der Beobachter,
  • intensiver Austausch zwischen den Teilnehmenden,
  • hoher Praxisbezug hinsichtlich virtueller Führung.

Die virtuelle Durchführung wurde nicht als Notlösung, sondern als vollwertige Alternative wahrgenommen.

Fazit

Für erfolgreiche virtuelle Auswahlverfahren sind zwei Erfolgsfaktoren entscheidend:

1. Den virtuellen Raum konsequent mitdenken

Alle Bestandteile des Verfahrens müssen geprüft werden:

  • Was bleibt unverändert?
  • Was muss angepasst werden?
  • Welche digitalen Vorteile können genutzt werden?

Ein digitales Tool zur Steuerung von Unterlagen und Bewertungen ist dabei unverzichtbar.

2. Akzeptanz schaffen

Durch

  • transparente Kommunikation,
  • zielgruppengerechte Schulungen,
  • Beteiligung aller Akteure,
  • Raum für Beziehungsgestaltung

entsteht Vertrauen in das Verfahren und eine hohe Bereitschaft, Feedback und Entwicklungsempfehlungen anzunehmen.

Kundenstimme

„Der Wechsel hin zu einem virtuellen Lernpotenzial-Assessment Center hat dank meta | five reibungslos funktioniert. Das positive Feedback der Beteiligten, die aussagekräftigen Ergebnisse sowie die flexible Durchführung haben mich nachhaltig überzeugt und verdeutlichen, dass die virtuelle Variante eine gewinnbringende Alternative darstellt.“

Tim Hoof
Leiter Personalsteuerung und Recruiting
DAK-Gesundheit

Über meta | five

meta | five ist ein Beratungsunternehmen mit einem interdisziplinären Team aus Psychologen, Wirtschaftswissenschaftlern und IT-Spezialisten. Das Unternehmen unterstützt Organisationen bei Strategieentwicklung, Personalauswahl, Personalentwicklung sowie Organisationsentwicklung und verbindet wissenschaftlich fundierte Diagnostik mit praxisnaher Umsetzung.

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